Sanatorium in Ostroschyzki gorodok

Aus den Gesprächen mit den Müttern, die bei ihren Kindern in der Klinik lebten, spürte ich die Verzweiflung, die Traurigkeit und das am Ende sein ihrer Kräfte.

 

Der Gedanke war geboren, eine Erholungsmöglichkeit für sie und ihre Kinder in Belarus zu schaffen. Denn viele der Kinder wären gar nicht reisefähig gewesen, um sich im Ausland zu erholen. Ewgeni Ukrainzew war begeistert und setzte alle Hebel in Bewegung, um im Lande geeignete Möglichkeiten zu finden. Auf diese Weise lernte ich die wunderschöne Landschaft Belarus kennen. Wir waren u.a. in der Nähe von Grodno. Dort wollte eine Kolchose eine Poliklinik und ein Altersheim bauen, am Narotschsee, ein Urlaubsparadies. Aber all diese Möglichkeiten waren für mich finanziell nicht überschaubar. Denn ich stehe ja in der Verantwortung gegenüber den Spendern.

 

Dann gab es in Minsk an einem kleinen See inmitten alter Bäumen eine Art Sanatorium und kleine alte Holzhäuser. Das hat mir sofort gefallen – ich sah schon die Kinder in dem grünen Areal toben und ich überschlug die anfallenden Kosten für eine Renovierung. Es könnte zu schaffen sein.

 

Es war einfach zu schön um wahr zu sein. Der Elternverein erfuhr, dass das Gelände der Regierung untersteht und für uns nicht zu bekommen sei.

 

Bei meinem nächsten Besuch fuhren wir nach Ostroschyzki gorodok. Einem  Dorf, das bereits ein Sanatorium für Nierenkranke Kinder hatte. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass es so viele  Kinder gibt, die nur noch eine Niere haben. In unmittelbarere Nähe des Sanatoriums stand wohl schon seit Jahren ein verfallener Rohbau. Siehe Bild

 

Trotzdem sagte ich: Das ist es! Für die Ruine sprach die Nähe zu dem großen Sanatorium. Dort konnten die Mütter und ihre Kinder alle Anwendungen bekommen und dort auch die Mahlzeiten einnehmen. Es reichte also eine kleine Küche vorzusehen, auch war der Bau einer Sauna als Anwendung ausreichend.

 

Die Verhandlungen im Gesundheitsministerium - dort gab es eine Bauabteilung - waren sehr konstruktiv. Es gab nur einmal ein Problem, als ich um einen Kostenvoranschlag bat (das war wohl nicht die Regel) und darauf bestand, dass das Ministerium zuerst mit dem Bau beginne. Das hatte seinen guten Grund. Der Kostenvoranschlag wurde erstellt und war für uns, da es sich um Milliardenbeträge in Rubel handelte, etwas schwierig in DM umzurechnen!! Wir einigten uns dann, dass wir den Innenausbau übernehmen. Alles andere war Sache des Ministeriums. Vertraglich wurde auch festgelegt, dass es auch alle anfallenden Folgekosten übernimmt.

 

Etwa zwei Jahre nach Vertragsabschluss wurde mit dem Bau begonnen. Ich kann aus heutiger Sicht sagen, dass es eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit war. Einen großen Anteil hatte dabei Ewgeni Ukrainzew, der sehr oft vor Ort war. Rechnungen wurden nach Vollendung der Arbeitsabschnitte abgerechnet und bezahlt.

 

Wenn ich dort auch nach dem Rechten schaute, gab es schon mal lustige Erlebnisse. Die Arbeiter waren am Verputzen, die Fenster waren schon eingesetzt und die Heizkörper montiert. Ganz ohne Kleckern gelang auch der geschicktesten Verputzerin die Arbeit nicht. Die Fensterrahmen und die Heizkörper sahen entsprechend aus. Auf meinen Einspruch und meine Bereitschaft, Folie zu kaufen wurde mir gesagt: „Wenn Du das nächste Mal kommst ist alles in Ordnung“. (Den Satz hörte ich öfter während der Ausbauphase).Und, es war so. Die Fensterrahmen waren wie neu und die Heizkörper waren mit einer Natursteinplatte! abgedeckt.

 

Warum man die Heizkörper vor dem Verputzen nicht wieder abnahm, wie es hier üblich ist, hatte einen ganz einfachen Grund, sie waren mit Werg abgedichtet  und man befürchtete, sie nicht wieder dicht zu bekommen.

 

Endlich war es so weit, 1998 zogen die ersten Gäste ein. Das Gästebuch zeugt von der Zufriedenheit der Kinder und Mütter. Bei den beengten Wohnverhältnissen zu Hause ist es für sie der „pure Luxus“ ein eigenes Zimmer und eine eigene Dusche zu haben. Die Betreuerinnen sind sehr einfühlsam und verständnisvoll im Umgang mit den Müttern und den Kindern. Wissen sie doch zu gut, wieviel Leid hinter ihnen liegt.

 

Im Laufe der Jahre  vergrößerte sich der Spielplatz mit neuen Geräten, oft auch eine Spende von ausländischen Sponsoren. Regelmäßig wird auch das Sanatorium renoviert.

 

Ein hiesiger Journalist schrieb über das Sanatorium und fand die Überschrift:

Ein deutsch-weißrussisches „Joint-Venture der Menschlichkeit“.

 

Verfasserin: Karla Aurich

 

 

 

 

Klavierkonzert

Profofessor Yuri Guildiuk aus Minsk konzertierte am 06.07.2016 in Cochem. Pressebericht hier:

 

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ist eine Stiftung, entstanden aus der bisherigen Privat--initiative von Frau Karla Aurich. Sie hilft seit 1990 krebskranken  Kindern in Belarus, die unter den Folgen der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl zu leiden haben.

 

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Karla Aurich

Dr. Carsten René Beul

 

Verwalter:

Dr. Carsten René Beul

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